Mehr Abwechslung braucht kein Mensch
(Münster)

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Hauptmann Thomas Fälber

Wenn ich auf die letzten 24 Monate zu rückblicke, so würde ich sagen:" Mehr Abwechslung braucht kein Mensch".

Neben der von vielen gefürchteten Stabsarbeit kann man den Dienst eher mit dem eines Handelsvertreters vergleichen.

Die Teilnahme an Planungskonferenzen in der ganzen Welt, gemeinsam mit Nato- und Nicht Nato Partnern, kann man wohl als persönliche Horizonterweiterung ansehen. Die englische Sprache wird vor allem im Hörenverstehen und Sprechen vortrefflich geübt. So z.b. auf der Dienstreise zu den Kapverdischen Inseln vom 19. Februar -25. Februar 2006. Das Air Component Command Ramstein, kurz CC-Air-HQ Ramstein, hatte zu diesem Site-Survey eingeladen.

Warum auf die Kapverden?
Dort findet im Juni 2006 die Übung Steadfast-Jaguar im Rahmen der Nato Response Force 7 (NRF 7) statt.

Wieso denn da, so weit weg?
Weil eben die geographische Lage der Inselgruppe so außergewöhnlich ist. Eine Unterstützung durch das lokale Militär ist seitens der Gastnation kaum darzustellen und die vorhandene Infrastruktur ist eher dürftig. Die Übung wird von vielen Teilstreitkräften anderer Nato Partner als Vorbereitung für die NRF 7 genutzt. Wir beteiligen uns mit zwei C-160 Transall an dieser Übung.

Wer es noch nicht weiß: Wir sind mit zwei Transall Maschinen für die NRF Bereitschaft der Nato gemeldet. Das bedeutet, dass gewisse Besatzungen mit speziellen Maschinen innerhalb kürzester Zeit irgendwo auf der Welt eingesetzt werden können. Die NRF Besatzungen der Transportgeschwader stellen quasi das Sahnehäubchen der Transall-Flieger dar.

Der Beitrag vom Dezernat A3b zu dieser Übung ist in der Übungsvorbereitung zu sehen. Darum waren wir mit einem Team, bestehend aus Stabshauptmann "Charly" Leib (LTG 62), StFw Uwe Mones (LTKdo A4c) und mir, zu den Kapverden unterwegs. Es gibt bestimmt viele Möglichkeiten dorthin zu reisen, wir entschieden uns für die Fluggesellschaft TAP Portugal, die im Linienflugbetrieb von Frankfurt über Lissabon auf die Insel Sal fliegt. Dort kamen wir am 20.02.06 nach erheblichen Verspätungen gegen 05:00 Uhr morgens an. Da die Kameraden der Nato in der gleichen Maschine saßen und alle total übermüdet waren, gönnte man sich eine Auszeit bis zum Abend. Nach einem Eingangsbriefing durch den norwegischen Projektoffizier aus Ramstein starteten wir am Dienstag den 21.02.06 mit der Besichtigung des Flughafens Sal.

Was tut man denn so auf einem Site Survey?
Wenn man davon ausgeht, dass wir uns mit zwei Luftfahrzeugen an der Übung beteiligen, so möchte man doch das Ein oder Andere im Voraus geregelt wissen. So schaut man sich Räumlichkeiten an, die für die Flugvorbereitung genutzt werden können, Abstellplätze für die Flugzeuge müssen angemeldet werden, und, und, und. Eines der Hauptfaktoren für das gute Gelingen einer Übung ist natürlich zufriedenes Personal. Darum bemüht man sich nach bestem Wissen und Gewissen um adäquate Unterkünfte. (Hoffentlich ist uns das gelungen). Abschließend muss ich sagen, das war genug Abwechslung für 6 Tage Dienstreise. Jetzt geht es mit der Lufthansa zurück nach Hamburg und dann mit dem Auto nach Büdelsdorf. Und da die Abwechslung nicht zu kurz kommen darf, kommt nach soviel passivem Flugdienst hoffentlich bald wieder die Gelegenheit, selber am Flugdienst teilzunehmen. Mehr Abwechslung braucht bestimmt kein Mensch.