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Stabsfeldwebel a. D. Peter Pasternak
Eigentlich begann alles ganz normal: Die Fahrt
bis Berlin, mit Stau und Landung des Rettungshubschraubers aus Neustrelitz
auf der A 24 sowie die Ankunft in der Julius Leber Kaserne.
Zeit zum Einrichten gab es nicht, da die vorgegebenen
Termine den weiteren Tagesablauf bestimmten.
Mit den öffentlichen Verkehrsmitteln (hier
U-Bahn) ging es weiter zum Checkpoint Charly. Checkpoint
Charly, in der ganzen Welt bekannt, ein Begriff aus der
Zeit des kalten Krieges. Der Übergangspunkt vom amerikanischen
in den sowjetischen Sektor/DDR in der Vergangenheit, vor der Wiedervereinigung.
Ein Museum erinnert an diese Zeit; zeigt die Art
der Fluchten aus dem Ost Teil der Stadt - missglückte wie gelungene
- und den Verlauf der Berliner Mauer. Gekennzeichnet durch eine doppelte
Reihe in die Erde eingelassene Pflastersteine, zieht sich die ehemalige
Mauer durch die ganze Stadt. Allerdings hat sich das Aussehen
des Checkpoint Charly sehr geändert. Die kommerzielle
Nutzung durch den Tourismus zeigt äußerlich eine andere
Welt, Bilder mit russischen und amerikanischen Wachsoldaten (meist
dargestellt durch Studenten) unter dem Sternenbanner und der sowjetischen
Fahne als Motiv für Besucher aus aller Welt.
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| Erstes Ziel der Berlin-Reise: Checkpoint Charly |
Nach einer kurzen Stärkung in der Stadt ging
es weiter zum Bendler Block. In einer über 2 stündigen Diskussionsrunde
wurden die Hintergründe über den Widerstand und das Attentat
gegen Adolf Hitler vom 20. Juli 1944 und die Folgen vermittelt
und diskutiert. Auch der Mann, der der Kaserne den Namen gab, in der
wir übernachteten, nämlich Julius Leber wurde
erwähnt, und nun wussten wir auch warum: Er war ein Mann, dessen
Lebensweg unter den Maximen Soldat, Demokrat und Widerstandskämpfer
stand. Eine sehr interessante Darstellung über die Vergangenheit
im 3. Reich und vor allen Dingen über das Verhalten der damaligen
militärischen Führung gegenüber Adolf Hitler.
Ein kurzer Film zeigte, wie im Prozess gegen die
Widerstandskämpfer ein Mensch in der damaligen Zeit von einem
Richter gedemütigt werden konnte.
Nachdenklich verließen wir diese Stätte
der Willkür aus dem 3. Reich. Ein politisches Thema, welches
jeder Soldat in der Bundeswehr nachdenklich stimmen sollte und ihm
zeigen sollte, welche Verantwortung er gegenüber dem Staat hat.
Ach ja, wer sind denn wir? Vier aktive Soldaten
des Geschwaders aus der Technik und ich als Ehemaliger, alle unter
Leitung von StFw Schimanski als Wehrübender.
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| Bewegende Geschichte entlang der Mauer |
Der 2. Tag begann pünktlich -0600 Uhr- der
Flugbetrieb in Tegel setzte ein und die Abflugstrecke nach Osten ging
direkt über die Kaserne, also, es konnte keiner verschlafen.
Weiter ging es mit einem rustikalen 2. Frühstück am Alexanderplatz
ja, in Berlin kurz Alex genant. Unter dem Fernsehturm
mundete dieses Frühstück besonders gut und stärkte
für den weiteren Tagesablauf. Eines darf man dabei nicht vergessen:
Der Wettergott hatte ein einsehen und das motivierte alle. Ein herrlicher
Sonnenaufgang tauchte die Stadt in ein bizarres Licht und vergoldete
selbige. Dieser Sonnenschein blieb uns auch die ganze Zeit treu.
Weiter im ehemaligen Ostteil der Stadt führte
uns der Weg in die Normannenstraße, dem Sitz der ehemaligen
Stasi-Zentrale. Beeindruckend, was wir über die Machenschaften
der ehemaligen Staatssicherheit zu hören und zu sehen bekamen.
Eigentlich war jeder froh, dass keiner etwas mit
ihr zu tun hatte, denn einige Beispiele zeigten, dass man selbst im
damaligen Westen nicht vor diesem Geheimdienst sicher
war.
Es wurden von vielen Personen so genannte Geruchsproben
genommen. Dies geschah auf verschiedene Art und Weise: Entweder musste
man eine gewisse Zeit auf einem ganz bestimmten Stuhl sitzen (der
entsprechend präpariert war) oder man musste auf einer Matte
(ebenfalls präpariert) an einer ganz bestimmten Stelle stehen.
Der Betroffene selbst wusste zur damaligen Zeit nichts von diesem
Verfahren.
Diese Geruchsproben wurden konserviert, um sie
u. U. später einmal gegen die Zielperson einzusetzen:
Weitere Operationstechnik des MfS zeigte die hohe Perfektion
der Überwachung.
Der Komplex selbst besteht aus mehreren Gebäuden
und war eigentlich autark, mit eigener Verpflegungsversorgung, einem
Ärztehaus das übrigens heute noch von Ärzten
genutzt wird sowie einem eigenen Fuhrpark. Ca. 91 000 hauptamtliche
und ca. 180 000 so genannte inoffizielle Mitarbeiter sind
für die Staatssicherheit in der gesamten DDR tätig gewesen.
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| Einblick in die Chefetage von
Erich Mielke |
Einen besonderen Eindruck hinterließ die
Chefetage mit den Büros, Ruhe- und Konferenzräumen
von Erich Mielke.
Zusammenfassend: Ein eindrucksvoller Einblick in
die Machenschaften des MfS. Weiter führte uns der Weg von der
Normannenstraße nach Hohenschönhausen, zu der dortigen
Haftanstalt für politische und anderweitige Gegnern des Regimes.
Ausstellungen in diesem Gefängnis zeigten
die Geschichte dieser Einrichtung seit Übernahme durch die rote
Armee 1945 bis zum Ende der Nutzung im Jahre 1990 durch das Ministerium
für Staatssicherheit (MfS).
Beeindruckend war allerdings, wie die ehemaligen
Häftlinge, die jetzt die Führungen durchführten, in
authentischer Form darbrachten, welches Schicksal sie in diesem Gefängnis
ereilte.
Ein immens großer Komplex von Gebäuden,
eingezäunt durch eine Mauer und streng bewacht. Die Bevölkerung
sollt unter keinen Umständen erfahren, dass es solch eine Haftanstalt
überhaupt gibt. Also wurden die Wohnungen in den unteren Etagen
der angrenzenden Häuser an die normalen Bürger
vermietet, während in den oberen Etagen Systemtreue Genossen
wohnten, die keine Frage stellten was das für eine wichtige
Fabrik sei, die dort streng bewacht wurde.
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| Zeitzeuge Mike berichtet eindrucksvoll
über sein Leben |
Alles hier im Detail zu beschreiben, würde
zu umfangreich sein, deswegen ist es lohnenswert, sich in der Vergangenheit
der damaligen DDR umzusehen, vor allen Dingen, wie politisch Verfolgte
behandelt wurden.
Die praktische Darstellung ist mehr Wert als jede
politische Weiterbildung. Jeder sollte die Gelegenheit in Berlin nutzen,
diese Gedenkstätten des politischen Widerstandes zu besuchen,
um zu sehen, wie brutal und grausam in der Vergangenheit mit Menschen
- ja mit den Bürgern des eigenen Staates - umgegangen wurde und
das so etwas in einer Demokratie nicht machbar sein sollte.
Die Vergangenheit konnte auch am letzten Tag besichtigt
werden: Das Luftwaffenmuseum in Berlin Gatow, dem ehemaligen englischen
Militärflugplatz in Berlin.
Eines der wenigen Museen, die keinen Eintritt nehmen
und trotzdem versuchen, die Vergangenheit der militärischen Luftfahrt
fachmännisch darzustellen.
Die Ausstellung verschiedener Exponate im Freigelände
und in den Hallen ist enorm, und für viele ältere Kameraden
kommen ganz bestimmt Erinnerungen hoch, obwohl der Bereich Lufttransport
eher kläglich dargestellt wird.
Zusammenfassend sei zu sagen eine Sache
die politisch einen sehr hohen Stellenwert hat und vielen einmal Berlin
zeigt, wie die Wirklichkeit ist: Eine pulsierende, lebendige Stadt;
manche sagen sogar, sie wäre der Mittelpunkt Europas, ohne Teilung
als eine Einheit.
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| Gutes Wetter und Sonnenschein war unser ständiger
Begleiter |
Ein besonderer Dank gehört aber StFw d. R.
Schimanski, der uns souverän durch diese 3 Tage geführt
hat und nicht versäumte, uns auf die Sehenswürdigkeiten
der Stadt aufmerksam zu machen und diese auch erklärte.
Ein Gang durch das Regierungsviertel würde
die politische Wertigkeit an diesem Seminar verstärken, denn
es ist sehr beeindrukkend, was für neue Gebäude für
die Bundesregierung entstanden sind und welche alten genutzt werden.
Eine Besichtigung des Reichstages könnte dann noch ein Höhepunkt
sein. 
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