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Stabsunteroffizier Torsten Köbke
Alles fing ganz harmlos an! Es hieß: Torsten!
Du musst umgehend zum Chef!, ich dachte zwar bei mir, um was
geht es wohl, machte mich aber auf den Weg. Er bat mich herein und
erzählte mir, dass ich für eine Auszeichnung vorgeschlagen
worden bin. Es geht um den Besten Soldaten! Ich dachte, vielleicht
auf Geschwaderebene oder so, freute mich aber über die gelungene
Überraschung. Innerhalb der nächsten 6 Wochen hatte ich
genug damit zu tun, mir Infos über diese Auszeichnung zu besorgen,
denn USO und Service Salute waren mir bis
dahin fremd. Bei jedem Anruf, den ich in diesem Zusammenhang tätigte,
wurde ich beglückwünscht und nach und nach erfuhr ich, es
geht um den Jahresbesten Soldaten der Luftwaffe. Puh,
da war ich erst einmal platt! Was habe ich getan, um so eine Auszeichnung
zu bekommen?
Die United Service Organisation (USO) ist 1941
als private, gemeinnützige Truppenbetreuungsorganisation für
die US-Streitkräfte gegründet worden. Sie ist mittlerweile
weltweit tätig und wird ausschließlich über Spenden
finanziert. Sie bietet vor allem den amerikanischen Soldaten und ihren
Familien im Ausland ein vielfältiges Betreuungsangebot an.
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| Stabsunteroffizier Torsten Köbke mit
Ehefrau Sonja |
USO Europe führte 1992 erstmalig in Deutschland
einen entsprechenden Annual Service Salute unter Beteiligung
der Bundeswehr durch.
Als deutsche Honorees können nur Mannschaften
und Unteroffiziere bis einschließlich des Dienstgrads Stabsunteroffizier
nominiert werden. Die Soldaten sollen neben ihrem herausragenden dienstlichen
Leistungsprofil auch durch ihre Gesamtpersönlichkeit und ihr
außerdienstliches Engagement überzeugen und somit als jahresbeste
junge Soldaten ihrer Teilstreitkraft im umfassenden Sinne gelten können
und damit in etwa ein ihrer amerikanischen Counterparts entsprechendes
Leistungsprofil aufweisen.
Ich möchte die Gelegenheit nutzen mich kurz
vorzustellen. Ich bin am 30.04.1975 in Hamburg geboren und habe meine
Kindheit in Hohenwestedt verlebt. Nach bestandener Hauptschule ging
ich 2 Jahre zur Berufsfachschule um danach eine 3 ½ Jährige
Ausbildung zum Industriemechaniker zu absolvieren, die ich nach 3
Jahren vorzeitig mit gut beendet habe. Es folgten 4 Jahre
in der Blechschlosserei, bis ich im Sommer 1999 mit weiteren 40 Mitarbeitern
aufgrund von Arbeitsmangel entlassen wurde. Ich rettete mich mit einer
Ausbildung zum WIG-Schweißer in eine Schlosserei, ließ
aber meine Bewerbung bei der Bundeswehr nebenbei laufen.
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| Alle USO Honorees des Jahres 2004 |
Nachdem ich am 03.01.2000 freiwillig als SaZ 4
in die Bundeswehr eintrat und nach bestandener Grundausbildung nach
Hohn ins LTG 63 zur Wartungsstaffel versetzt wurde, tat ich alles,
um eine gute Ausbildung als 1. Wart auf C-160 Transall zu erlangen.
Die Lehrgänge waren alle im grünen Bereich! Es kamen zwei
Einsätze in Termez und sämtliche Flüge ins In- und
Ausland dazu. Nach drei Jahren wurde mir durch die Umstrukturierung
der Laufbahnen und der damit zusammenhängenden Dienstzeit ein
SaZ 8 angeboten, den ich dankend annahm. Ich fühle mich sehr
wohl in der Wartung, nicht zuletzt wegen der Kameradschaft. Mir macht
die Arbeit sehr viel Spaß, auch wenn es manchmal stressig ist
und man kurzfristig umplanen muss. Ich bin seit nunmehr 10 Jahren
freiwillig beim Technischen Hilfswerk tätig und habe, dank einiger
Lehrgänge, mittlerweile eine eigene Fachgruppe, die Logistik.
Nebenbei fahre ich noch einen VW 181 Kübel Bj 1974
und restauriere gerade einen eriba Puck von 1961. Leider
kann ich meine anderen Hobbys wie Tanzen, Backen, Segelfliegen nicht
mehr so häufig ausüben. Es fehlt einfach die Zeit!
Genug von mir, kommen wir wieder auf das Wochenende
vom 24.-26.09.2004 zu sprechen. Zu dieser Veranstaltung durfte ich
einige Gäste mitnehmen. Da waren als erstes meine Frau Sonja
und meine Eltern, und auf militärischer Seite mein Zugführer
HFw Steffen Otto und Hptm Björn Behring als mein Staffelchef
sowie Generalmajor Hoppe mit seiner Frau. Bis auf meine Frau waren
alle Gäste aber nur zur Zeremonie am Samstagabend geladen, denn
der Rest war Betreuungsprogramm.
Nach einer langen Autofahrt trafen wir am Freitag,
24.09.2004, am frühen Nachmittag in Wiesbaden ein und wurden
herzlich im Hotel empfangen. Das uns zugewiesene Zimmer lag im fünften
Stock. Na denn mal los! Was uns auf dem Zimmer erwartete übertraf
jede Vorstellungskraft. In jeder Ecke standen und lagen, teilweise
hochwertige und anspruchsvolle Präsente aller Art. Sponsoren
waren unter anderem Lufthansa, AIG, Nokia und viele mehr. Alles in
allem zwei große Umzugkartons voll. Ich befürchtete schon,
meine Eltern mit dem Zug nach Hause schicken zu müssen. Es war
Wahnsinn. Überwältigt von der Flut an Geschenken ging es
ohne Verzug ans Umziehen, denn am Abend stand eine gemeinsame Rheinfahrt
mit Dinner auf dem Ausflugsschiff Willy Schneider an.
Wir betraten einzeln mit unseren Senior Enlisted Advisorn
auf die ich am Ende noch zu sprechen komme, das Schiff, nach alter
Tradition, von SEITE. Unsere Namen wurden aufgerufen und
es ging unter Pfeifen aufs Schiff.
Es erfolgte die Auszeichnung von uns Honorees und
die Übergabe der Austauschgeschenke. Danach wurde diniert. Dieser
Abschnitt der Veranstaltung war in zivil und diente auch dem gegenseitigen
Kennenlernen. Meine Frau durfte der Veranstaltung als mein persönlicher
Gast beiwohnen. Samstagvormittag stand, wieder in zivil, eine Stadtführung
mit Besuch des Hessischen Landtags an. Anschließend
gab es Mittag und die Gäste mussten uns verlassen, denn die Honorees
gingen mit ihren Senior Enlisted Advisorn zum Vorüben ins Kurhaus.
Dort sind wir alle Schritte für den Abend durchgegangen.
Jetzt wurde es noch einmal eng, denn in einer Stunde
begann das große Ereignis. Duschen, anziehen, rasieren und los.
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| Sektempfang: v.l.n.r. Generalmajor Hoppe
mit Ehefrau, Torsten Köbke mit Ehefrau, Ingrid und Rüdiger
Köbke, Hauptfeldwebel Steffen Otto, Oberstabsfeldwebel Henry
Kolchmeyer und Hauptmann Björn Behring |
Um 17:30 Uhr waren wir wieder im Kurhaus, dieses
Mal in Uniform, und warteten auf unsere geladenen Gäste. Viele
hochrangige Generale gratulierten mir zu dieser Auszeichnung und bei
Sekt und vielen verschiedenen Gesprächsthemen verkürzten
wir die Wartezeit. Die Spannung steigt! Als um 18:30 Uhr endlich das
Dinners chimes ertönte, nahmen die Gäste ihre
reservierten Plätzen ein und wir, die Honorees, gingen hinter
die Bühne und wurden dann einzeln vorgestellt. Nach Einmarsch
der Fahnenabordnung, Singen der Nationalhymnen, folgten die Begrüßungsworte
und Tr i n k s p r ü c h e durch den General Charls F.Wald, Deputy
Commander, U.S. Europen Command, als Vertreter der US Streitkräfte
in Europa und Generalleutnant Ulf von Krause, Befehlshaber Streitkräfteunterstützungskommando,
als Vertreter der Bundeswehr.
Danach war das Dinner offiziell eröffnet und
der Cateringservice Käfer bereitete uns ein Fünf-Gänge-Menü,
das ich so schnell nicht vergessen werde. Das Dinner wurde mit Swing
und Blues begleitet, so kam eine wirklich festliche Stimmung
auf.
Nach dem Dinner verließen wir unsere Plätze
und gingen einzeln mit unseren Senior Enlisted Advisorn
durch ein Säbelspalier auf die Bühne, um von den ranghöchsten
Vertretern der amerikanischen und deutschen Streitkräfte unsere
Auszeichnung entgegen zu nehmen. Danach bedankten wir uns noch bei
den Diamond-Sponsoren und sammelten uns hinter der Bühne, um
zum Finale alle noch einmal zum Präsentieren auf diese zurückzukommen.
Es war ein überwältigendes Gefühl vor ca. 400 Gästen
auf der Bühne zu stehen und sich bejubeln zu lassen.
Damit war der offizielle Teil der Veranstaltung
zu Ende und es gab für alle Beteiligten die Möglichkeit,
das Tanzbein zu schwingen und eine beeindruckende und anstrengende
Veranstaltung ausklingen zu lassen.
Gegen 1:30 Uhr verließ ich mit meiner Frau
das berauschende Fest, um den mühsamen Weg ins Hotel
anzutreten und schließlich erschöpft aber beeindruckt in
die Koje zu fallen.
Am nächsten Morgen gab es noch ein gemeinsames
Frühstück und Austausch der Adressen, bevor jeder den teilweise
langen Heimweg antrat. Meine Eltern hatten doch noch Glück, denn
dank geschicktem Packmanagement, passten sie zwischen all die Geschenke
und Taschen, so dass wir ohne Zwischenfälle gegen 18:30 Uhr zu
Hause ankamen.
Dadurch, dass ein Großteil der Veranstaltung
in zivil gehalten war, entwickelte sich eine sehr angenehme und lockere
Stimmung, die bis zum Sonntag angehalten hat. Es ist eine Auszeichnung,
die ich und meine Familie nicht vergessen werden.
Wie versprochen noch kurz zum Senior Enlisted
Advisor. Er war die ganze Zeit an meiner Seite, um bei eventuell
auftretenden Sprachmissverständnissen einzugreifen und um mich
auf sämtlichen Wegen an diesem Wochenende zu begleiten. In meinem
Fall war es der OStFw Henry Kolchmeyer, Flugsicherheitsmeister bei
uns im LTG, dem ich an dieser Stelle noch einmal für die gute
Unterstützung danken möchte.
Es war für alle ein unvergessliches Wochenende,
das ich mit all meinen Gästen erleben durfte. Dies kam unter
anderem nur zustande, weil mein Staffelchef mich als Honoree vorgeschlagen
hatte. Auch hier noch einmal einen Dank an Hptm Behring und die ganze
Wartungsstaffel.
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