Kampfmittelbeseitigung bei ISAF
(Kabul, Flugplatz)

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Stabsfeldwebel Ralf ´Bombe` Behrendt

Unser Kampfmittelbeseitigungszug bei ISAF

In den Monaten, in denen ich mit meinen Kameraden den Dienst verrichtete, konnten wir ca. 5 to Munition-Hinterlassenschaften der Sowjets und der Taliban beseitigen. Der Kampfmittelbeseitigungszug bestand aus zwei Trupps. Drei EOD/IEDD Feuerwerkern Luftwaffe und zwei Dingo Kraftfahrern und zwei Sprengstoffhundeführern. Der Auftrag lautete Kampfmittelabwehr und Schutz vor terroristischern Angriffen mit unkonventioneller Munition. Hierbei waren wir im Fallschirmjägerland (ehemaliges Camp der russischen Fallschirmjäger), in einer FlaRak-Kaserne der Russischen Armee und auf dem Flugplatz, im für ISAF-Personal verbotenen Teil, tätig.Hierbei waren wir im Fallschirmjägerland (ehemaliges Camp der russischen Fallschirmjäger), in einer FlaRak-Kaserne der Russischen Armee und auf dem Flugplatz, im für ISAF-Personal verbotenen Teil, tätig. Wir fanden Bomben und Geschosse, Raketen und Flechetten, Zünder und Gefechtsköpfe.

Hier sind einige Munitionsartikel aufgeführt, die wir als aussergewöhnlich bezeichnen:

Sogar Kinder brachten uns gefährliche Munition

Mörsergranaten 82 mm und 500 kg Bomben, die im Inneren 18 kg-Behälter mit weißem Phosphor enthielten. Die Vernichtung dieser Artikel stellte uns vor ein Problem. Wenn der Stoff Weißer Phophor mit der Umluft in Berührung kommt, fängt dieser an zu brennen und entwickelt giftige Dämpfe. Sprengen oder Verbrennen auf dem Flugplatz war daher zu vermeiden.

Wir transportierten die Munition dann zu einem Sprengplatz ca. 45 Minuten Fahrtzeit von Kabul entfernt und versuchten verschiedene Varianten der Vernichtung mit unseren französischen EOD-Kameraden. Dabei ist hier besonders die Serie der 30 mm Munition der sowjetischen Armee zu benennen. Es gab hier ein Projektil, welches 28 Kleinprojektile beherbergte. Diese Munition wurde und wird durch die 30 mm Kanone der MIG oder des MI-24 verschossen. Wir fanden und es wurden uns auch von Kindern Granaten 122 mm oder 152 mm gebracht, in denen sich Pfeile befanden. Beschussversuche, die wir durchgeführt hatten, ergaben, dass die Pfeile ohne Abschussbeschleunigung in Holz und Metall noch bei 10 m Entfernung eindringen können.