4. SAR-Meet 2003
beim MFG 5 in Kiel/Holtenau
 

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Oberleutnant Oliver Baier

Was geht einem durch den Kopf, wenn man SAR-Meet hört? Nun, logisch -Search- and Rescue-Treffen. Doch was unsere Kameraden der Marine östlich des zehnten Längengrades dieses Jahr auf die Beine stellten, übertraf meine Vorstellungen bei weitem.

Wir landeten mit unserer “Seemaschine“ um 15.55 Uhr und wurden gleich herzlich in Empfang genommen. Mit zahlreicher Unterstützung schoben wir “Anneliese“ zum reservierten Abstellplatz an das Fördeufer. Es waren bereits einige ausländische Seenotrettungsflieger eingeschwebt, die im Staffelgebäude der 1. Staffel des Geschwaders auf uns warteten. Hier hatten wir die große Ehre, als besondere Gäste durch den Staffelkapitän Fregattenkapitän Heck begrüßt zu werden. Nach einem Willkommenstrunk wurden wir entlang der Spalier-Steher, die uns mit der Bootsmannpfeife seemännisch willkommen hießen, unserem „Verbindungsoffizier“ vorgestellt. Oberleutnant zur See André Lienenlüke gab uns einen groben Überblick auf das restliche Programm. Er ließ Ausweise erstellen, die uns Zugang zu allen notwendigen Bereichen des Stützpunktes ermöglichten und händigte uns einen kleinen Brustbeutel aus. Inhalt dieses Beutels: ein Programmheft für die weiteren vier Tage, ein Lageplan des Stützpunktes, Busfahrpläne, Taxi-Telefonnummern und andere sehr nützliche Gebrauchsgegenstände. Außerdem bekam jedes Besatzungsmitglied mehr als ausreichende Coupons für die noch stattfindenden Partys, sodass die kostenlose Verpflegung gesichert war.

Die Sea King bei einer ihrer Winchvorführungen über der See

Mit einem Bus wurden wir zu den Unterkünften bei der MTS (Marine Technikschule) nach Wik geshuttlet. Das Beziehen der Zimmer war erneut eine Überraschung - auf den rustikalen Stuben fand ich neben den Betten und Spinden vier Bierflaschen, zwei Wasserflaschen, Zahnbürste und Zahncreme sowie Informationsmaterial der Marine vor. Den restlichen Abend verbrachten wir auf der Fly-In Party der Staffel.

Am Freitag nach dem Frühstück stand eine Stadtrundfahrt auf dem Programm. Der Besuch der Kieler Woche und des Internationalen Marktes am Rathausplatz dürfte nicht nur für unsere ausländischen Kameraden einen bleibenden Eindruck hinterlassen haben. Mehr als zwei Dutzend Staaten mit landestypischen Gerichten, Getränken, kunsthandwerklichen Erzeugnissen, Folkloretanz und Musikgruppen und touristischen Informationen warteten darauf, ihre “Ware“ an den Mann zu bringen.

Der Samstag war der Höhepunkt dieses Seenotrettungsfliegertreffens. Beginnend mit den Vorbereitungen zum Static Display für alle 15 verschiedenen Hubschraubertypen lachte uns die Sonne entgegen und versprach Kaiser-Wetter. Neben den Fallschirmspringern der Kampfschwimmergruppe aus Eckernförde und den mehrmaligen Flying-Display mit MK 41 Sea King mit jeweils mehreren Winchvorführungen bot dieser Tag den wissenshungrigen Besuchern jede Menge Abwechslung. Informationszelte, Roland-FlaRak-Systeme “zum Anfassen“, sonstiges Großgerät der Bundeswehr, wie etwa einem Kranwagen, Radlader, etc. sorgten für einen starken Interessentenandrang. Für das leibliche Wohl sorgte eine Feldküche mit dem fast schon traditionellen Erbseneintopf. Unerwartet, aber nicht unspektakulär flog eine Beluga Airbus A 300-600 ST in niedriger Höhe über die Förde und zeigte sich den applaudierenden Zuschauern. Doch nicht nur Flugzeuge kamen zum Einsatz ein Landungsboot machte direkt vor uns am Kai fest und shuttelte die Besucher vom Stützpunkt zur Kiellinie/Reventloubrücke. Nach dem Static Display begaben wir uns zur Hangar-Party. Höhepunkt hier war der Einmarsch des Trommlerkorps aus Sandkrug.

Mit modernen Rhythmen wurden die Gäste bei Laune gehalten. Mit den übrigen Coupons konnten wieder Getränke und saftige Fleischbrötchen und Bratwürste verzehrt werden. Nun merkte ich am Sonntag die Anstrengung der vergangenen Tage und ließ es ruhig angehen. Der Brunch ab 11.00 Uhr kam den erschöpften Besatzungen und Teilnehmern wie gerufen. Später konnte der Bus-Shuttle in Anspruch genommen werden, um zu den Veranstaltungen der Kieler Woche zu gelangen.

Und schon waren die herrlichen Tage wieder vorbei und der Abflug war für heute geplant. Vorerst hatte ich aber noch einen Termin beim Kommodore. In Begleitung von Obtsm Wöhlk betrat ich das Stabsgebäude. FKpt Mathew bedankte sich persönlich für die Teilnahme an der Veranstaltung und richtete einen Gruß in Richtung Hohn.

Reichlich beschenkt mit Gastgeschenken marschierte ich zügig zurück zur Flight-Line, denn das Fly-Out der ganzen Nationen kündigte sich durch lautes Triebwerkheulen an. Das wollte ich mir nun wirklich nicht entgehen lassen. Wir starteten um 11.15 Uhr zur „langen“ Heimreise nach Hohn, nicht ohne uns gebührend zu verabschieden.

 

Besonderer Dank gilt den Veranstaltern, den Verbindungsoffizieren und allen Beteiligten der Organisation für diese unvergesslichen Tage.

Beteiligte Nationen:

  • Niederlande (Sea Lynx)
  • Frankreich (Super Frelon)
  • Litauen (MI-8)
  • Polen (W-3)
  • Lettland (MI-8)
  • Norwegen (Sea King)
  • Belgien (Sea King)
  • England (Sea King)
  • Italien (Pelikan)
  • Deutschland (Sea King, UH-1D,Sea Lynx, EC-135 (Polizei), Puma(BGS))