|
Oberleutnant Oliver Baier
Was geht einem durch den Kopf, wenn man SAR-Meet
hört? Nun, logisch -Search- and Rescue-Treffen. Doch was unsere
Kameraden der Marine östlich des zehnten Längengrades dieses
Jahr auf die Beine stellten, übertraf meine Vorstellungen bei
weitem.
Wir landeten mit unserer “Seemaschine“
um 15.55 Uhr und wurden gleich herzlich in Empfang genommen. Mit zahlreicher
Unterstützung schoben wir “Anneliese“ zum reservierten
Abstellplatz an das Fördeufer. Es waren bereits einige ausländische
Seenotrettungsflieger eingeschwebt, die im Staffelgebäude der
1. Staffel des Geschwaders auf uns warteten. Hier hatten wir die große
Ehre, als besondere Gäste durch den Staffelkapitän Fregattenkapitän
Heck begrüßt zu werden. Nach einem Willkommenstrunk wurden
wir entlang der Spalier-Steher, die uns mit der Bootsmannpfeife seemännisch
willkommen hießen, unserem „Verbindungsoffizier“
vorgestellt. Oberleutnant zur See André Lienenlüke gab
uns einen groben Überblick auf das restliche Programm. Er ließ
Ausweise erstellen, die uns Zugang zu allen notwendigen Bereichen
des Stützpunktes ermöglichten und händigte uns einen
kleinen Brustbeutel aus. Inhalt dieses Beutels: ein Programmheft für
die weiteren vier Tage, ein Lageplan des Stützpunktes, Busfahrpläne,
Taxi-Telefonnummern und andere sehr nützliche Gebrauchsgegenstände.
Außerdem bekam jedes Besatzungsmitglied mehr als ausreichende
Coupons für die noch stattfindenden Partys, sodass die kostenlose
Verpflegung gesichert war.
 |
| Die Sea King bei einer ihrer
Winchvorführungen über der See |
Mit einem Bus wurden wir zu den Unterkünften
bei der MTS (Marine Technikschule) nach Wik geshuttlet. Das Beziehen
der Zimmer war erneut eine Überraschung - auf den rustikalen
Stuben fand ich neben den Betten und Spinden vier Bierflaschen, zwei
Wasserflaschen, Zahnbürste und Zahncreme sowie Informationsmaterial
der Marine vor. Den restlichen Abend verbrachten wir auf der Fly-In
Party der Staffel.
Am Freitag nach dem Frühstück stand eine
Stadtrundfahrt auf dem Programm. Der Besuch der Kieler Woche und des
Internationalen Marktes am Rathausplatz dürfte nicht nur für
unsere ausländischen Kameraden einen bleibenden Eindruck hinterlassen
haben. Mehr als zwei Dutzend Staaten mit landestypischen Gerichten,
Getränken, kunsthandwerklichen Erzeugnissen, Folkloretanz und
Musikgruppen und touristischen Informationen warteten darauf, ihre
“Ware“ an den Mann zu bringen.
Der Samstag war der Höhepunkt dieses Seenotrettungsfliegertreffens.
Beginnend mit den Vorbereitungen zum Static Display für alle
15 verschiedenen Hubschraubertypen lachte uns die Sonne entgegen und
versprach Kaiser-Wetter. Neben den Fallschirmspringern der Kampfschwimmergruppe
aus Eckernförde und den mehrmaligen Flying-Display mit MK 41
Sea King mit jeweils mehreren Winchvorführungen bot dieser Tag
den wissenshungrigen Besuchern jede Menge Abwechslung. Informationszelte,
Roland-FlaRak-Systeme “zum Anfassen“, sonstiges Großgerät
der Bundeswehr, wie etwa einem Kranwagen, Radlader, etc. sorgten für
einen starken Interessentenandrang. Für das leibliche Wohl sorgte
eine Feldküche mit dem fast schon traditionellen Erbseneintopf.
Unerwartet, aber nicht unspektakulär flog eine Beluga Airbus
A 300-600 ST in niedriger Höhe über die Förde und zeigte
sich den applaudierenden Zuschauern. Doch nicht nur Flugzeuge kamen
zum Einsatz ein Landungsboot machte direkt vor uns am Kai fest und
shuttelte die Besucher vom Stützpunkt zur Kiellinie/Reventloubrücke.
Nach dem Static Display begaben wir uns zur Hangar-Party. Höhepunkt
hier war der Einmarsch des Trommlerkorps aus Sandkrug.
Mit modernen Rhythmen wurden die Gäste bei
Laune gehalten. Mit den übrigen Coupons konnten wieder Getränke
und saftige Fleischbrötchen und Bratwürste verzehrt werden.
Nun merkte ich am Sonntag die Anstrengung der vergangenen Tage und
ließ es ruhig angehen. Der Brunch ab 11.00 Uhr kam den erschöpften
Besatzungen und Teilnehmern wie gerufen. Später konnte der Bus-Shuttle
in Anspruch genommen werden, um zu den Veranstaltungen der Kieler
Woche zu gelangen.
Und schon waren die herrlichen Tage wieder vorbei
und der Abflug war für heute geplant. Vorerst hatte ich aber
noch einen Termin beim Kommodore. In Begleitung von Obtsm Wöhlk
betrat ich das Stabsgebäude. FKpt Mathew bedankte sich persönlich
für die Teilnahme an der Veranstaltung und richtete einen Gruß
in Richtung Hohn.
Reichlich beschenkt mit Gastgeschenken marschierte
ich zügig zurück zur Flight-Line, denn das Fly-Out der ganzen
Nationen kündigte sich durch lautes Triebwerkheulen an. Das wollte
ich mir nun wirklich nicht entgehen lassen. Wir starteten um 11.15
Uhr zur „langen“ Heimreise nach Hohn, nicht ohne uns gebührend
zu verabschieden.
Besonderer Dank gilt den Veranstaltern, den Verbindungsoffizieren
und allen Beteiligten der Organisation für diese unvergesslichen
Tage.
Beteiligte Nationen:
- Niederlande (Sea Lynx)
- Frankreich (Super Frelon)
- Litauen (MI-8)
- Polen (W-3)
- Lettland (MI-8)
- Norwegen (Sea King)
- Belgien (Sea King)
- England (Sea King)
- Italien (Pelikan)
- Deutschland (Sea King, UH-1D,Sea Lynx, EC-135 (Polizei), Puma(BGS))

|