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Oberleutnant Harald Becker
Am 21. Juni 2003 war es
endlich soweit. Nach einer Woche intensiver Vorbereitung zogen wir
(Oberstleutnant Streit, Oberleutnant Becker, Stabsfeldwebel Kujawiak,
Stabsfeldwebel Wehrsig, Hauptfeldwebel Hansen und Hauptmann Smarz
als Schiedsrichter) pünktlich wie die Maurer um 7:00 Uhr das
Fahrwerk unserer Transall über Hohn ein und machten uns auf in
Richtung Türkei. Grund dieses Unternehmens war eine Einladung
der türkischen Luftwaffe zur Teilnahme am ETAM 2003 (European
Tactical Airlift Meet) auf deren Transporter Airbase Erkilet nahe
der Stadt Kayseri. An dieser Europameisterschaft für Transportflieger,
die die gesamte Palette taktischer Transportfliegerei abdecken sollte,
nahmen neben uns als Vertreter Deutschlands, noch folgende andere
Nationen an diesem Wettkampf aktiv teil:
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| Die Crew beim morgendlichen
Briefing unter Tarnnetzen |
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Frankreich mit C-160
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Spanien mit C-130
-
England mit C-130
-
USA mit C-130
-
Türkei mit CN-235
Neben diesen Nationen waren noch Vertreter aus
Schweden, Griechenland und Belgien als Beobachter anwesend.
Unser Flug führte uns zuerst nach Landsberg,
wo wir unseren "Gast TSO" Olt Wegel und vier Soldaten aus
Altenstadt (zwei Absetzleiter, zwei Springer) an Bord nahmen. Ohne
Verzögerung führte uns unser Auftrag nach einer Stunde Bodenzeit
und 04:50 Stunden Flugzeit nach Istanbul, wo wir schließlich
übernachteten.
Am nächsten Tag erreichten wir schließlich
nach weiteren eineinhalb Stunden Flugzeit unser Flugziel Kayseri.
Der Empfang war sehr herzlich.
Nach der Übergabe einiger Präsente (vielen
Dank an die Blumenfee) wurden wir zum Base eigenen Pool gefahren,
wo wir uns am leckeren Buffet mit türkischen Spezialitäten
stärken konnten.
Nachdem alle Nationen eingetroffen waren, begann
die offizielle Begrüßung auf dem Hallenvorfeld, welche
durch den Base Commander Brigadier General Mehmet Erten durchgeführt
wurde. Spätestens jetzt wurden wir uns um die große Bedeutung
dieses Wettkampfes bewusst, da dieses Ereignis von einer großen
Anzahl von Reportern und Fernsehteams dokumentiert wurde, die auch
an den nächsten Tagen unsere ständigen Begleiter waren.
Der Tag endete mit dem Eingangsbriefing für
die Crews um 19:30 Uhr und dem anschließenden Transfer in das
Hotel. Am Montag, dem 23. Juni, war es endlich soweit, der Wettkampf
begann. Um 06:30 Uhr wurden wir vom Hotel abgeholt und zur Base gefahren.
Die nächsten vier Stunden waren von dem Mission
Briefing des Tages und der Flugvorbereitung der Crews geprägt.
Zu unseren zu bewältigenden Aufgaben an diesem
Tag gehörte ein VFR Flug mit einer Präzisionslandung auf
Capadocia Airfield, dem anschließenden Absetzen einer Übungslast
und schließlich eine Präzisionslandung in Erkilet, um die
Mission zu beenden. Dies hört sich erst mal nicht kompliziert
an, doch unter den aufmerksamen Augen des Schiedsrichters und den
sehr strengen Regularien wird ein sehr fordernder Flug für die
gesamte Crew daraus. Hier ein kleiner Auszug aus dem Strafkatalog.
Abweichen von der geplanten Flughöhe von 500 – 750 Fuß
AGL. Minus 100 Punkte. Nicht eindeutiges Identifizieren und Überfliegen
eines Wegpunktes. Minus 100 Punkte. Nicht zeitgerechtes Überfliegen
eines Wegpunktes und nicht Einhalten der TOT für den Drop. Minus
2 Punkte pro Sekunde. Abweichen von der Drop speed um null und plus
10 Knoten. Minus 50 Punkte. Pro Meter Abweichung bei der Präzisionslandung
von der Zielmarkierung. Minus 2 Punkte. So ließe sich der Strafkatalog
noch beliebig weiterführen. Es wurde einfach alles und jeder
während eines Fluges bewertet.
Nach dem ersten Tag belegten wir, bedingt durch
eine sehr gute Leistung der gesamten Crew, den zweiten Platz hinter
der Türkei. Der zweite Tag war von der Aufgabenstellung her ähnlich
wie der Erste, nur sollten dieses Mal anstelle der Übungslast
unsere Jungs aus Altenstadt abgesetzt werden. Da der Wind in der Dropzone
aber für einen Fallschirmsprung out of limits war, mussten wir,
wie alle anderen Nationen auch, den Absetzvorgang leider abbrechen.
Durch eine nicht ganz geglückte Abschlusslandung, die uns minus
206 Punkte einbrachte, fielen wir an diesem Tag auf den vierten Platz
in der Gesamtwertung zurück.
Eine besondere Überraschung erlebten wir dann
abends, als die Spanier eine riesige Pfanne aus dem "Bauch"
ihrer Hercules hervorzauberten und eine Paella vom feinsten zubereiteten
und diese mit selbst zubereitetem Sangria reichten. Der dritte Tag
der Competition verlangte von uns wieder einen Drop (diesmal eine
Türlast) und zwei Präzisionslandungen. Vor dem Start schwor
uns unser Kommandant Oberstleutnant Streit nochmals ein, alles zu
geben und hochkonzentriert an den Flug heranzugehen. So motiviert
gelang uns unserer Meinung nach nochmals eine sehr gute Mission. Da
es der letzte Flug dieses Wettkampfes war, sollte das Ergebnis und
letztendlich die endgültige Platzierung bei diesem Wettbewerb
erst bei der Siegerehrung bekannt gegeben werden. In die Gesamtbewertung
flossen neben den Flügen auch die Ergebnisse anderer Wettbewerbe
ein. So wurde unter anderem eine Flugzeug- und Waffensystemerkennung
und ein Schießwettbewerb durchgeführt. Beides Mal erreichten
wir den sechsten Platz. Besser machte es unser Ladungsmeister Stabsfeldwebel
Wersig, der bei der Beladung eines Fahrzeuges unter den Aspekten der
Sicherheit und natürlich der benötigten Zeit einen hervorragenden
dritten Platz belegte. Am Abend des dritten Tages besuchten wir ein
türkisches Bad mit den anderen Nationen, um uns von den Strapazen
der vorangegangenen Tage zu erholen. Dabei entwickelte sich wohl die
größte Wasserschlacht, die dieses alte Gemäuer wohl
je gesehen hat. Der als Schlechtwettertag vorgesehene vierte Tag wurde
von uns genutzt, um mit unserem Escort Offizier Ibrahim (vielen Dank
für deine Bemühungen) die Stadt Kayseri zu erkunden, bevor
am Abend die Siegerehrung stattfinden sollte.
In die Gesamtbewertung flossen neben den Flügen
auch die Ergebnisse anderer Wettbewerbe ein.
So wurde unter anderem eine Flugzeug- und Waffensystemerkennung
und ein Schießwettbewerb durchgeführt. Beides Mal erreichten
wir den sechsten Platz.
Besser machte es unser Ladungsmeister Stabsfeldwebel
Wersig, der bei der Beladung eines Fahrzeuges unter den Aspekten der
Sicherheit und natürlich der benötigten Zeit einen hervorragenden
dritten Platz belegte. Am Abend des dritten Tages besuchten wir ein
türkisches Bad mit den anderen Nationen, um uns von den Strapazen
der vorangegangenen Tage zu erholen. Dabei entwickelte sich wohl die
größte Wasserschlacht, die dieses alte Gemäuer wohl
je gesehen hat. Der als Schlechtwettertag vorgesehene vierte Tag wurde
von uns genutzt, um mit unserem Escort Offizier Ibrahim (vielen Dank
für deine Bemühungen) die Stadt Kayseri zu erkunden, bevor
am Abend die Siegerehrung stattfinden sollte. Diese war, wie schon
der gesamte Wettbewerb vorher, von unseren türkischen Gastgebern
perfekt organisiert und wird uns sicherlich lange in Erinnerung bleiben.
Nach der Pokalübergabe für den dritten Platz durch den
Base Commander General Erten gehörten zu den
ersten Gratulanten der Chef des Stabes Oberst i.G. Ochs sowie unser
ehemaliger Staffelchef Oberstleutnant i.G. Leitges und der jetzige
Staffelchef Major Lange. Sie waren in Kayseri vor Ort, da zum gleichen
Zeitpunk - wie das ETAM - ein Commanders Symposium stattfand. Der
Abend und somit auch ETAM 2003 wurde mit einem Prachtfeuerwerk abgeschlossen.
Am nächsten Tag fand der Heimflug über Landsberg und Köln
nach Hohn statt.
Abschließend möchte ich noch einen Satz
aus der Briefingmappe zitieren, die wir am ersten Tag beim Inbrief
erhalten haben. Dieser Satz spiegelt wohl am ehesten unsere Eindrücke
während dieser Woche in der Türkei in kurzer prägnanter
Form wieder.
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| Glückliche Gesichter gab
es bei der Siegerehrung nach Belegung des dritten Platzes |
"The spirit of ETAM means sharing atmosphere
with new friends from different countries and also developing and
testing oft tactical experience in a contest progress."
Die abschließenden Platzierungen im Überblick:
- Türkei
- USA
- Deutschland
- Spanien
- England
- Frankreich
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