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Hauptfeldwebel Andreas Kühme, Luftfahrzeugladungsmeister
C-160, 1./LTG 63
Eigentlich hatte ich mir bei Sonnenschein und einer
Tagestemperatur von ca. 25° C eine ruhige MEDEVAC-Bereitschaft
zu Hause vorgestellt, doch aus dem Traum wurde leider nichts. Schon
am 1. Tag der Bereitschaft, am 14.August, erhielten wir (Kommandant
Oberleutnant Thomas Quendt, Copilot Oberleutnant Heiko Voigt, Bordtechniker
Hauptfeldwebel Uwe Seegel und ich) von unserem Einsatzoffizier die
Nachricht, dass die eigentliche „Sechs-Stunden-Vorlaufzeit“
für einen Einsatz augrund einer möglichen Evakuierung des
Universitätsklinikums Dresden nun auf eine Stunde reduziert sei.
Aha, da konnte ich mir ja schon fast gleich den
Flugdienstanzug anziehen, um bei einem eventuellen Anruf sofort zum
Flugplatz eilen zu können. Dieser ließ auch gar nicht lange
auf sich warten, denn um 16:30 Uhr des selben Tages kam der Anruf
des Offiziers vom Gefechtsstand, dass um 18:00 Uhr der Abflug nach
Dresden geplant sei. Also, schnell von der Familie verabschiedet und
zum Flugplatz geeilt.
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| Auf dem Flugplatz Dresden trifft
sich das "Who's Who" des Lufttransports der Bundeswehr,
um Katastrophenhilfe zu leisten. |
Nach kurzer Durchsicht der Papiere und kurzer Einweisung
in den Flugablauf durch den Einsatzoffizier hieß es ab zum Flugzeug,
um die Ausrüstung zu checken und zu übernehmen. Nach und
nach kamen auch unsere Mitflieger aus dem Bereich der Sanität
an Bord. Ein Notarzt und ein Luftrettungsmeister wurden extra aus
dem Bundeswehrkrankenhaus Hamburg mit dem Hubschrauber eingeflogen.
Nachdem nun alles vollständig und vollzählig
war, machten wir uns auf den Weg nach Dresden. Nach ca. einer Stunde
Flugzeit erreichten wir um 20:30 Uhr unseren Zielflugplatz. Wie wir
feststellen mussten, waren wir nicht die Einzigen, denn auf der Flight
standen schon ein Airbus, 11 Transall und ca. 20 Hubschrauber.
Nach kurzem Eingangsbriefing in einem Flugzeughangar
passierte erst einmal gar nichts. Es stellte sich heraus, dass das
Uni-Klinikum noch gar nicht evakuiert werden sollte. Demnach hieß
es für uns, wie so oft, geduldig zu sein und zu warten. Ein Teil
der fliegenden Besatzungen wurde auf die umliegenden Hotels verteilt,
nur die Airbus-Crew und uns wollte man leider nicht schlafen gehen
lassen.
Im Laufe des Abends verschlechterte sich allerdings
die Lage im Krankenhaus, es hieß, die Notstromgeneratoren seien
durch das Hochwasser bedroht, und so bekamen wir um ca. 24:00 Uhr
den Auftrag, zwei Intensivpatienten nach Leipzig zu fliegen. Nach
Versorgung der Patienten durch unser medizinisches Personal und Sicherstellung,
dass deren Weitertransport geregelt sei, machten wir uns auf den Weg
nach Leipzig. Als wir nach ca. dreißig Minuten dort ankamen
fanden wir jedoch keine Krankenwagen vor, da diese sich aufgrund von
Zuständigkeitsproblemen letztendlich um eine halbe Stunde verspäteten.
Nachdem wir dann aber unsere Patienten weiterverlegen konnten, stand
dem Rückflug nach Dresden nichts mehr im Wege.
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| Eine Transall-Besatzung der
1./LTG 63 in Bereitschaft auf dem Flughafen Dresden. Einsätze
sollten nicht lange auf sich warten lassen. |
Dort angekommen erhielten wir die Order, umgehend
zwei Intensivpatienten nach Berlin-Tegel zu bringen. Diesmal verlief
alles reibungslos, auch der Weitertransport der Patienten war perfekt
organisiert. Also hieß es wiederum, Rückflug nach Dresden
und Warten auf den nächsten Auftrag. Dieser wurde umgehend nach
unserer Landung erteilt, diesmal sollten zwei Patienten nach Köln
geflogen werden und dort sollte dann auch ein Crew-Austausch stattfinden.
Die Patienten wurden direkt mit dem Hubschrauber zu unserem Flugzeug
gebracht, und es stellte sich heraus, dass statt der avisierten zwei
nun sechs Patienten zu transportieren waren.
Es war mittlerweile schon Mittag, als wir die Maschine
startklar hatten, und wir unseren letzten Flug antreten konnten. Auch
in Köln verlief alles problemlos und nachdem die Patienten in
die Krankenwagen umgeladen waren, konnten wir das Flugzeug an unsere
schon wartende Ablösung übergeben. Nachdem sich dann noch
unser Kommandant der wartenden Presse gestellt hatte und alle Interviews
gegeben waren, durften wir endlich als Passagiere eine auf uns wartende
Transall nach Hohn besteigen. Nach nunmehr fast vierundzwanzig Stunden
Einsatz wurden wir in unserer Staffel sogleich in die wohlverdiente
Crew-Ruhezeit geschickt, mit dem positiven Gefühl, bei der Flutopferhilfe
in Dresden sinnvoll unseren Teil beigetragen zu haben. 
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