1./LTG 63 in der Hochwasserhilfe
Ein Sommer den wir so schnell nicht vergessen werden!

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Hochwasser, Teil 2
 

Leutnant Thorsten Ruppel, Luftfahrzeugführer C-160, 1./LTG 63

Die MedEvac-Ausrüstung der Transall steht auf dem Flugplatz Dresden bereit, um zu evakuierende Patienten der Dresdener Kliniken aufzunehemen

Ein Tief setzte sich über weiten Teilen Südost Europas fest, Unwetter und unvorstellbare Regenmassen waren die Folge, in zahlreichen Städten und Gemeinden musste Katastrophenalarm ausgelöst werden und tausende Menschen verloren „Haus und Hof“. Einige wollten ihr Hab und Gut einfach nicht verlassen und zögerten ihre Evakuierung so lange heraus, dass sie in letzter Konsequenz per Hubschrauber geborgen wurden. Wir haben die Bilder aus Presse und Fernsehen noch vor Augen, und sie haben uns, auch wenn wir in der Masse nicht zu den direkt Betroffenen gehören, sehr mitgenommen. Von überall her strömten freiwillige Helfer, Feuerwehr, Rotes Kreuz, THW, Katastrophenschutz und viele mehr in die besonders gefährdeten Gebiete und begannen die dortigen Hilfskräfte bei ihrer Arbeit zu unterstützen. Im Rahmen dieser Hilfsaktion wurde auch unser Geschwader am Mittwoch Nachmittag, es war der 14. August 2002, alarmiert und stellte innerhalb kürzester Zeit Personal und Material ab. Transportflugzeuge der 1. Staffel, sowie Hubschrauber der 2. Staffel verlegten nach Dresden, welches zur Drehscheibe aller fliegerischen Einsätze wurde. Rund um die Uhr wurden Menschen von ihren Dächern gewincht und an sichere Orte gebracht, Sandsäcke aufgenommen und verteilt. Patienten der zu evakuierenden Universitätsklinik wurden an den Dresdener Flughafen gebracht und per Transall in Städte wie Leipzig, Köln oder München geflogen, um in dortigen Kliniken aufgenommen zu werden. Der Rüstsatz MEDEVAC erlaubte es, sogar Intensivpatienten zu verlegen und deren Versorgung, durch modernstes Gerät und medizinische Betreuung, während des gesamten Fluges zu gewährleisten.

Nach annähernd 24 Stunden wurden die Transall-Besatzungen getauscht und eine Phase des Wartens setzte ein. Die Evakuierung der Klinik war weitestgehend abgeschlossen, die vor Ort befindliche Einsatzleitung empfand die Situation der anderen Krankenhäuser und Pflegeheimen als weniger kritisch und somit fielen die Neuankömmlinge in eine Alarmbereitschaft. Um im Einsatzfall direkt ansprechbar zu sein, hielten sich die Besatzungsmitglieder abwechselnd in der Nähe des Behelfsgefechtstands auf, während der übrige Teil der Crew ein wenig Ruhe im Laderaum der Transall suchte.

Am folgenden Freitag morgen um 10:00 Uhr entschlossen sich die Verantwortlichen ein weiteres Krankenhaus auf dem Landweg und durch CH-53 zu evakuieren, und lösten somit die vor Ort Bereitschaft der C 160 auf, die 2 Stunden später ihre Rückverlegung in die Geschwader antraten.