|
OTL Christian Leitges, 1./LTG 63
Mitte August bewegte ein
Thema ganz Deutschland: die Hochwasserkatastrophe, die besonders den
Süd-Osten unseres Landes in Mitleidenschaft gezogen hatte und
eine beispiellose Bahn der Verwüstung Elbe abwärts Richtung
Norden zog. Nachdem schon viele unserer Hubschrauberkameraden im Einsatz
waren, um dort aktiv Leben zu retten, kam am 14. August auch der Einsatzbefehl
für die C-160 Besatzungen aller Lufttransportverbände der
Luftwaffe. Dresdener Kliniken drohten derart von den Wassermassen
eingeschlossen zu werden, dass eine durchgehende Versorgung der Patienten
nicht mehr sichergestellt erschien. Die Sorge galt vor allem den Intensivpatienten,
deren Leben unmittelbar, z.B. von der Stromversorgung der für
sie lebenswichtigen medizinischen Apparate, abhing. Kaum auszudenken,
welche Folgen ein massiver Wassereinbruch in die Stromversorgungszentrale
des Dresdener Universitätsklinikums gehabt hätte. Nachdem
der Beschluss zur Evakuierung der Kliniken getroffen war, lag es nahe,
die C-160 Flotte in die Operation einzubinden, um Patienten auf dem
Luftwege vom Flughafen Dresden aus in andere Kliniken in nicht hochwassergefährdeten
Städte zu transportieren, d. h. „Bettenwechsel“ einmal
anders und mit ernstem Hintergrund.
 |
| Die Semperoper in Dresden.
Die Flut hat unvorstellbare Verwüstungen angerichtet. |
Die MedEvac-Ausrüstung
der Transall hat sich zurecht in der jüngsten Vergangenheit einen
hervorragenden Namen gemacht und den Transportfliegern und Medizinern
der Bundeswehr viel Anerkennung und Respekt in der Öffentlichkeit
verschafft. Zwei Staffelangehörige der 1./LTG 63 schildern
im Anschluss ihre ganz persönlichen Eindrücke aus diesem
Einsatz. Leutnant Thorsten Ruppel war als Copilot, Hauptfeldwebel
Andreas Kühme als Luftfahrzeugladungsmeister in zwei unterschiedlichen
Besatzungen im Raum Dresden unterwegs, zwei Besatzungen von mehreren
der 1./LTG 63, die begleitet wurden von C-160 Besatzungen unserer
Schwesternverbände und von unzähligen Hubschrauberbesatzungen
des Heeres und der Luftwaffe. Auch unsere Schwesterstaffel 2./LTG
63 war voll in das Rettungsgeschehen einbezogen und hat Leistungen
erbracht, zu denen die Flächenflieger anerkennend nur sagen können:
„Ihr fliegt zwar langsamer und nicht so hoch, und es rüttelt
in euerm Vogel auch immer ziemlich.
Aber wenn unser Staffelgebäude einmal von
Wassermassen eingeschlossen sein sollte, wären auch wir froh,
wenn wir euch und euere bewährten „Teppichklopfer“
über unseren Köpfen sehen würden! Hut ab vor eurer
Leistung!“. Aber nun zu den Eindrücken der beiden C-160
Besatzungsmitglieder. 
|