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Hauptmann Wolfgang Herda
Als am 17. Januar 2002 um 06:30 Uhr auf der Basis
die ersten Filmschaffenden eintreffen, sind im Vorwege schon reichlich
Gespräche erfolgt, Vereinbarungen
getroffen und Befehle erstellt worden. Schließlich soll heute
unter Mitwirkung von fast 60 Personen ein Teil eines circa 20minütigen
Spielfilms erstellt werden, der dann als Diplomarbeit von vier Studenten
der Hamburger Filmwerkstatt gewertet wird.
Bis 19:45 Uhr ist an diesem Tag Klein-Hollywood
in Hohn angesagt: Klein- Hollywood mit Nebelmaschinen, Knall und Rauch
und dem Gewusel von Maskenbildnerinnen, Technik und Schauspielern.
Fachleute aus den Bereichen Produktion, Kamera, Regie und Drehbuch
haben in einem Studienzweig der Universität Hamburg ein Filmaufbaustudium
absolviert und erhoffen mit dieser Abschlussarbeit ihr Diplom zu schaffen.
Verantwortlich für die vier Studienrichtungen an der Uni Hamburg
sind Leute wie Hark Bohm („Nordsee ist Mordsee“, „Der
kleine Staatsanwalt“) im Bereich Regie, Karl Walter Lindenlaub
(„Independence Day“, „Der Schakal“) für
Kamera oder Dr. Rainer Berg („Die Rettungsflieger“, „Tatort“)
für den Bereich Drehbuch. Für Produktion zeichnet Thilo
Kleine verantwortlich, der sich durch Filme wie „Rossini“
oder „Comedian Harmonists“ einen Namen machte. In Hohn
wird eine eigentlich im Bosnien des Jahres 1995 spielende Szene abgedreht,
die dann im fertigen Film ungefähr vier Minuten
beansprucht. Dafür sind 60 Menschen einen ganzen Tag am Set auf
dem Flugplatz tätig. Die SanStff stellt San-Personal und die
1.Stff ganztägig einen Ladungsmeister. Die Technik hilft ständig
durch Personal und Fahrzeuge und die benötigte Transall wurde
im Rahmen der Vorschriften gemäß den Wünschen der
Filmcrew gerüstet.. Unterschlupf für alle am Projekt Beteiligten
bieten an dem kalten und verregneten Tag die 1. Staffel und ein ständig
geheizter Bus der NuT Stff direkt neben dem Drehort , den Parkplätzen
A und B. In dem Zusammenhang dankt Vanessa Eggers, die die gesamte
Produktion als Supervisorin managte, nochmals allen Akteuren und Helfern.
Kurz zum Inhalt des produzierten Filmes „Die
rote Jacke“: In Hamburg verunglückt ein 11jähriger
Junge tödlich. Der Vater entsorgt aus Gram über den Tod
die geliebte rote Bayern-München-Jacke des Kindes. Über
eine Kleidersammlung gerät diese Jacke in das vom Krieg heimgesuchte
Bosnien. Ein kleiner Junge kann dort die Jacke ergattern. Beim gewaltsamen
Tod seiner Eltern wird auch er angeschossen. Von UN Soldaten wird
er zu einer deutschen Transall gebracht und nach Hamburg ausgeflogen.
Im Krankenhaus wird er dann wegen der Bayern-Jacke von einem St.Pauli-Fan
massiv eingeschüchtert.
Er flieht mit der Jacke aus dem Krankenhaus und läuft fast in
ein Auto.Die Fahrerin glaubt an einen Schock, da der Junge nicht antworten
kann. Sie setzt ihn ins Auto und entdeckt dabei eine verwaschene Adresse
in der roten Jacke. Dorthin bringt sie das Kind und übergibt
es dem trauernden Vater mit den Worten, sie hätte beinahe seinen
Sohn überfahren. Daraufhin nimmt der –fremde- Vater den
Jungen bei der Hand, führt ihn in seine Wohnung und gibt ihm
ein Glas Saft zu trinken.Hier ist dann der Film zu Ende. Vielleicht
etwas rührselig. Beobachtete man aber den jungen Hauptdarsteller
am Set, ist man doch gespannt auf das Gesamtergebnis, das auf der
Premiere Anfang April – auch für Gäste aus dem LTG
– vorgestellt werden soll.
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