G F D - 35 Jahre Flugzieldarstellung
 

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Autor: Klaus Menzel

Am 01.Oktober 1966 erhielt die Lufthansa-Tochter CONDOR den Auftrag, Flugziel-darstellung mit Jets für die Flugabwehr der Bundeswehr zu fliegen. Zunächst wurden sechs Luftfahrzeuge vom Typ Sabre 6 F-86 zur Verfügung gestellt. Im Rahmen eines Jahresver-trages sollte untersucht werden, ob der Betrieb vom militärischen Flugzeugen durch ein ziviles Unternehmen praktikabel und wirtschaftlich sinnvoll ist. Stationiert wurden diese Flugzeuge auf dem Flugplatz Westerland, Sylt. Einsatzgebiete waren in erster Linie die Heeres- Flugabwehr-Schießplätze Todendorf und Putlos. Nach erfolgreicher Probephase wurde der Vertrag verlängert und der Zieldarstellungsbetrieb aufgenommen. Die von der F-86 geschleppten Ziele waren zunächst aus Pappe, später aus Kunststoff.

Das ehemalige GFD-Team

Nach Ausmusterung der F-86 wurde die CONDOR-Zieldarstellungsflotte 1974 auf Fiat G-91 umgerüstet. Im Jahre 1976 erfolgte der Umzug von Westerland nach Hohn. Zunächst wurden die Flugzeuge in der heutigen Hubschrauberhalle-West abgestellt. Technik und Flugbetrieb wurden in Feldhäusern und Zelten untergebracht. 1978 konnte dann die neue CONDOR-Halle bezogen werden. Bis zur Ausmusterung der Fiat G-91, Ende 1992, wurde dann Zieldarstellung sowohl mit Schleppkörpern, als auch ohne, d.h. als reine Zieldemonstration geflogen. Wir haben in dieser Zeit militärischen Flugbetrieb nach militärischen Regelungen und mit militärischer Zulassung als ziviles Luftfahrtunternehmen durchgeführt, dabei wurden bis zu 24 Luftfahrzeuge betrieben.

Im Jahr 1989 begann die GFD - Gesellschaft für Flugzieldarstellung (als Tochter der CONDOR und des Aero-Dienstes, Nürnberg) parallel zum G-91-Flugbetrieb mit vier Flugzeugen von Typ Learjet 35/36 die Zieldarstellungsaufgaben teilweise zu übernehmen. Aus wirtschaftlichen Gründen sollte der Flugbetrieb langfristig auf ein ziviles Muster umgestellt werden. Hierzu wurde die GFD als Luftfahrtunternehmen mit angeschlossenem luftfahrttechnischem Betrieb gegründet und nach EG- bzw. JAR-Richtlinien zugelassen.

1997 wurde die Flotte um drei zusätzliche Flugzeuge erweitert, so daß heute sieben Learjets zum Einsatz kommen. Auch hat sich das Aufgabenspektrum erheblich vergrößert. Wir schleppen Ziele, sowohl für die land- und seegestützte Flugabwehr (Rohrwaffen), als auch für die land- und luftgestützte Flugabwehr mit Lenkflugkörpern (Roland, Ozelot und Sidewinder). Hierbei fliegt das Schleppziel bis zu 6,5 km hinter dem Schleppflugzeug. Weiterhin simulieren wir Ziele im Rahmen der Jägerleitausbildung oder als Unterstützung von Flugabwehrübungen.

Ein weiterer Einsatzschwerpunkt ist das Live-EloKa-Training. Zu diesem Zweck tragen unsere Flugzeuge Stör- und Täuschsender unter der Tragfläche, mit denen die Radarsysteme der Flugabwehr elektronisch „bekämpft“ werden.

Die Zieldarstellungsflüge und EloKa-Trainingseinsätze finden im gesamten NATO-Europa statt, d. h. von den Schießplätzen Ustka in Polen oder Biscarosse in Frankreich bzw. von Norwegen bis in NAMFI auf Kreta. Ferner dienen unsere Flugzeuge auch als Erprobungsträger oder Meßplattform für die wehrtechnische Industrie und die WTD’s (Erprobungsstellen) der Bundeswehr.

Die "Luftflotte" der GFD auf dem Fliegerhorst Hohn

Neben diesen militärischen Auftraggebern zählen auch einige Universitäten und Forschungs-institute im Rahmen der Umweltforschung zu unseren Kunden. Hierbei führen die Einsätze u.a. in die Polargebiete, um meteorologische Messungen in Flughöhen bis zu 15 km durchzuführen. Außerdem rüsten wir z. Zt. ein Luftfahrzeug um, das im Falle von Umweltunfällen als Frühwarnplattform durch den Deutschen Wetterdienst eingesetzt werden soll.

Seit nunmehr 25 Jahren ist Hohn der Heimatflugplatz der Flugzieldarstellung. Wir möchten uns an dieser Stelle bei unserem Gastgeber, dem LTG 63 und seinen Angehörigen, für die langjährige Unterstützung, sowohl auf dem „kleinen“ als auch auf dem „großen“ Dienstweg, herzlich bedanken und hoffen, auch weiterhin von Hohn aus unsere Einsätze für die Bundeswehr fliegen zu können.